Fremdgesteuert

Fremdgesteuert - Ein Leben als Marionette

Kennst du das Gefühl ständig fremdbestimmt zu sein und keine eigenen Entscheidungen treffen zu können? Das Gefühl, dass andere Menschen versuchen, dich nach ihren Vorstellungen zu lenken, damit du den Weg gehst, den sie für dich vorgesehen haben?

Wenn du in deinem Leben auch Missbrauch erlebt hast, dann auf jeden Fall. Aber auch in vermeintlich gesunden Beziehungen kann es vorkommen, dass Menschen in unserem Umfeld versuchen, unser Leben zu bestimmen. Oft unbewusst und als "guter Rat" getarnt. Mir ging das mehrere Jahrzehnte so. Als Jugendliche zu Hause, als junge Erwachsene in der Kirchengemeinde in der ich war und später in meiner ersten Ehe auch wieder.

 

Ferngesteuert durchs Leben

Missbrauchsopfer gehen häufig wie ferngesteuert durchs Leben. Vor allen Dingen beim emotionalen Missbrauch werden Betroffene meistens regelrecht hypnotisiert und manipuliert.
Mir ging das viele Jahre so. Immer das zu tun, was andere Menschen sich für mich vorgestellt haben, hat mich jedoch richtig krank werden lassen. Nicht nur körperlich krank. Meine Psyche hat derart gelitten, dass ich depresiv wurde und immer häufiger an Suizid gedacht habe. Wenn ich sowieso keine eigenen Entschiedungen treffen konnte, waurm sollte ich dann noch leben?

Wie ferngesteuert durchs Leben - so kommt es einem häufig vor. Am besten gar nicht eigenständig denken. Und schon gar nicht eigenständig handeln. Immer das tun, was andere von einem erwarten. Nur so wird man akzeptiert. Dann bin ich aber doch nicht mehr ich selbst, oder? Wo bleibt meine eigene Identität, wenn ich mich mein ganzes Leben danach richte, was sich andere Menschen für mich ausdenken?

Mit den Jahren habe ich mich immer häufiger gefragt, woher jemand anderes wissen soll, was gut für mich ist und was nicht. Warum wissen andere Menschen, wecher Weg der Richtige für mich ist? Ist es wirklich so, dass Gott zuerst mit jemand anderem über meine Berufung spricht, bevor er seinen Weg für mich in mein Herz und meine Gedanken pflanzt?

Ich kann natürlich nicht für jeden Menschen sprechen. Aber ich kann für mich reden. Und davon, wie Gott in der Bibel mit Menschen gesprochen hat. Mose, Abraham und Maria sind bekannte Beispiele dafür, wie Gott damals zu den Menschen gesprochen hat. Und das sind nur drei von einer großen Anzahl Menschen.
Heute zeigt sich Gott nicht mehr so offensichtlich. Er spricht nicht durch einen brennenden Busch zu uns und auch von Engeln, die in leuchtendem Licht vor uns erstrahlen, hört man nichts mehr. Doch Gott spricht immer noch zu uns Menschen. Ja, manchmal auch durch andere Personen in unserem Umfeld. 

 

Prüfet alles und das Gute behaltet!

Doch Menschen sind nun mal Menschen und neigen dazu, aus ihrer eigenen Sicht heraus zu beurteilen, was für einen Menschen gut oder schlecht ist. Anstatt jedoch unsere eigenen Gedanken in unsere Mitmenschen zu pflanzen, müssen wir dahin kommen, Gottes Gedanken weiterzugeben und darauf zu vertrauen, dass auch andere Menschen in der Lage sind, Gottes Stimme zu hören und für sich selbst Entscheidungen zu treffen.
Durch diese Neigung, immer und überall unseren Senf zugeben zu müssen, werden jeden Tag aufs Neue viele Menschen davon abgehalten, ihren eigenen Weg zu gehen. Den Weg, den sie gehen möchten und sehr oft auch den Weg, den Gott für sie vorbereitet hat.
Damit ist nicht gemeint, das man überhaupt keinen Rat annehmen soll. Im Gegenteil. Schon in der Bibel hat Gott den Menschen klar gesagt, dass die Jungen auf den weisen Rat der Alten hören sollen. Und das hat durchaus seine Berechtigung. Ältere Menschen verfügen über wesentlich mehr Lebenserfahrung. Haben viele Hürden schon hinter sich und können die jüngeren vor schwerem Schaden bewahren, indem sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen teilen. 

Ich rede hier jedoch nicht von einem weisen wertvollen Rat, sondern von plumpem Geplapper, das aus eigenem Denken heraus voreilig ausgesprochen wird. 

Wenn ich mich mit anderen unterhalte, fällt mir oft auf, wie sehr das Herz für etwas brennt. Und dann wird der Weg jedoch nicht gegangen, weil man entweder Zweifel hat, ob das Brennen für diesen Weg wirklich echt ist, oder weil sich Menschen einmischen und versuchen, einem ihre eigenen Gedanken als Gottes Weg zu verkaufen. Und das ist tödlich. Zumindest im übertragenen Sinn. So ein Fehlverhalten kann einen Menschen innerlich vollständig zerstören. Bei manchen führt das im wahrsten Sinne des Wortes zum Tod. Mobbing hat schon viele Menschen zum Suizid getrieben. Und auch ich war immer wieder in meinem Leben an diesem Punkt angekommen, einen Schlussstrich ziehen zu wollen. Andere Menschen wiederum ziehen sich immer weiter zurück, verfallen in eine Depression oder erkranken an Schmerzerkrankungen wie Fibromyalgie. 

 

Wenn Gott in deinem Herzen lebt kannst du getrost auf dein Bauchgefühl hören

Trotz der großen Selbstzweifel habe ich aus diesen Situationen von damals gelernt. Eine Freundin hat mir einmal einen sehr wertvollen Rat gegeben. Sie hat mir gesagt, dass ich lernen muss, weniger zu denken und mehr auf mein Bauchgefühl zu vertrauen. Also genau das, was mir einst aberzogen wurde. Ich hatte ja immer wieder Menschen in meinem Leben, die mir erklärt haben, wie wichtig es ist, die Gefühle bei Entscheidungen außen vorzulassen und zu lernen, rational zu denken. Um nicht ständig anzuecken, habe ich mir auch angewöhnt, erst nachzudenken und dann zu entscheiden. Das wiederum hat dazu geführt, dass ich nicht mehr in der Lage war, auf mein natürliches Bauchgefühl zu vertrauen. 

Nachdem mir meine Freundin diesen Rat gegeben hat, habe ich mir vor Augen gehalten, dass in meinem Herzen Jesus lebt. Und das Bauchgefühl ist ja eine Herzensentscheidung. Also kann ich eigentlich nichts falsch machen, wenn ich auf mein Herz, oder mein Bauchgefühl höre. 

In der Bibel finden wir viele Beispiele dafür, wie sehr Gott es segnet, wenn wir auf ihn und nicht auf Menschen hören. Häufig spricht Gott zwar durch andere Menschen zu uns, doch wenn wir mit Hilfe des Heiligen Geistes lernen, das Reden Gottes von den menschlichen Worten zu unterscheiden, wissen wir ganz genau, wann Gott zu uns spricht. Aber auch, wann es eben nicht Gottes Worte sind. 

Ich habe einmal in einem Buch gelesen, dass wir Gottes Reden in unserem Leben daran erkennen, wenn wir mit dem, was uns gesagt wird, Frieden haben.

Du hattest in deinem Leben sicher auch schon einmal eine Situation, in der dir jemand einen Rat gegeben hat, mit dem du dich unwohl gefühlt hast. Irgendetwas in dir hat dir gesagt, dass es besser ist, diesem Rat nicht zu folgen. Genau diese Unsicherheit ist sehr häufig ein Signal dafür, dass wir uns den Schritt, den wir eigentlich gehen wollten, noch einmal gut überlegen sollten. Sind wir jedoch auf dem richtigen Weg, dem Weg, den Gott für uns vorgesehen hat, dann kann uns Nichts und Niemand davon abbringen, ihm zu folgen. Allerdings nur, wenn wir über ein starkes Selbstbewusstsein verfügen und in der Lage sind, unsere Werte und Entscheidungen zu leben und dafür auch geradezustehen.

 

Fazit:
Wenn andere Menschen uns immer wieder das Gefühl geben, wertlos und nutzlos zu sein und wir jahrelang wie ferngesteuert durchs Leben gehen, verlieren wir irgendwann die Fähigkeit, auf unser Bauchgefühl zu hören. Bist du krank und ängstlich, fühlst dich wertlos und nutzlos, dann wirst du vermutlich nicht auf deine innere Stimme vertrauen. Sondern dich eher an dem festhalten, was andere Menschen dir alles sagen. Auch, wenn du dich damit nicht wohlfühlst.

Wenn dein Geist aber wachsam ist, dann wirst du schnell bemerken, wenn du falsch abgebogen bist und kannst den Fehler noch korrigieren. Denn Gott spricht mit dir! Du musst nur wieder lernen, seine Stimme zu hören und ihr zu vertrauen. 

Und denk dran:
Ein Kind erkennt die Stimme seiner Eltern! Die Fähigkeit, die Stimme deines himmlischen Vaters zu erkennen, schlummert in dir und kann jederzeit wieder aktiviert werden!

 

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